Kunstinstallation „SCHICHTUNGEN" von Matthias Lehmann
auf der Krämerbrücke
Über der Krämerbrücke schwebt in diesem Jahr die Kunstinstallation "SCHICHTUNGEN" von Mathias Lehmann. Mehrere trapezförmige Stoffbahnen in naturweißem, seidig-transluzentem Gewebe spannen sich horizontal über die Brücke und überlagern sich zu einem offenen, vielschichtigen Raumgefüge.
Die präzise gespannten Bahnen formen ein Dach ohne Durchhang — ruhige, filigrane Geometrie, die sich zu einem spannungsreichen Ganzen fügen. Je nach Tageszeit und Standpunkt filtert das Gewebe das Licht anders, wirft wechselnde Schatten auf Fassaden und Pflaster und verwandelt die vertraute Gasse in einen fast geisterhaften, behüteten Raum.
Die Idee ist so einfach wie tiefgründig: Die Krämerbrücke ist selbst ein Ort der Schichtung —Wohnen, Handel und öffentlicher Weg verdichten sich hier seit dem Mittelalter auf engstem Raum, überlagern sich baulich, sozial und zeitlich. Matthias Lehmann übersetzt diese Qualität in Stoff und Licht. Jede Bahn bildet eine eigenständige Ebene, die ihre volle Wirkung erst im Zusammenspiel mit den anderen entfaltet — ganz wie die historischen Zeitschichten des Ortes selbst. Auch der Werkstoff ist nicht zufällig gewählt: Die Krämerbrücke ist historisch eng mit dem Textilhandel und dem thüringischen Blaudruck verbunden. Das naturweiße, transluzente Gewebe erinnert an ungebleichte Leinenstoffe vergangener Jahrhunderte — und übersetzt die Tradition in eine zeitgenössische Form.
Matthias Lehmann lebt und arbeitet als bildender Künstler in Meißen.